Morbus Crohn – Symptome & Diagnose


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Morbus Crohn ist eine chronische Erkrankung, die in immer wiederkehrenden Schüben auftritt. Das bedeutet, Patienten durchlaufen Zeiten und Phasen, in denen die Beschwerden und Symptome der Krankheit gehäuft auftreten, aber auch solche, in denen sie völlig beschwerdefrei sind. Dabei gibt es Symptome, die nahezu jeder Morbus Crohn-Patient kennt, aber auch Symptome, die nicht bei allen auftreten.

 

Symptome bei Morbus Crohn

Beschwerden im Magen-Darm-Bereich

Die Hauptsymptome der Krankheit Morbus Crohn zeigen sich bei vielen Betroffenen im Magen-Darm-Bereich.

Magenschmerzen und Bauchschmerzen

Druchfall, Krämpfe und Blähungen zählen zu typischen Symptomen bei Morbus Crohn.

Zu den ersten Anzeichen zählen:

  • Durchfälle
  • Blähungen
  • starke Bauchschmerzen
  • Krämpfe

Nicht immer jedoch schließen die Ärzte hier dann gleich auf die Krankheit Morbus Crohn. Vielmehr wird zunächst einmal von Infekten oder einer Viruserkrankung ausgegangen.

Wässrige und schleimige Durchfälle
Immer wieder auftretende Durchfälle, meist wässrig oder gar schleimig, mit krampfartigen Bauchschmerzen aber, sind immer wiederkehrende Symptome von Morbus Crohn. Fast jeder Betroffene kennt diese Beschwerden. Auch bei Kindern treten diese Symptome bereits auf, auch wenn sich hier die ersten Anzeichen der Erkrankung oft anders zeigen. Im Laufe der Zeit aber gehören für die meisten Patienten Durchfälle und Bauchschmerzen zu den Hauptsymptomen der Krankheit. Dabei konzentriert sich der Schmerz meist auf den rechten Unterbauch. Das liegt daran, dass sich hier die am häufigsten befallenen Bereiche des Darms befinden, nämlich das Ende des Dünndarms sowie auch der obere Abschnitt des Dickdarms.

Eitrige Abszesse, Fisteln oder Fissuren
Besteht die Krankheit bereits seit Jahren, so kann es hier auch zu Komplikationen im Magen-Darm-Bereich kommen. Die immer wiederkehrenden Entzündungen sorgen oft für eine dauerhafte Schädigung der Schleimhäute und der Magenwände. Eitrige Abszesse, Fisteln oder auch Fissuren können die Folge und somit ebenfalls ein Symptom der Krankheit sein. Fissuren sind Risse in der Haut, oft im Bereich des Afters. Unter Fisteln verstehen die Mediziner kleine Verbindungen zwischen den einzelnen Darmabschnitten oder auch bis hin zu einem anderen Organ, die sich aufgrund der Schädigungen der Darmwände und Schleimhäute bilden.

Darmverschlüsse durch Stenosen
Auch Engstellen, so genannte Stenosen, können im Krankheitsverlauf auftreten. Oft verursachen diese Stenosen auch Darmverschlüsse. Viele dieser Komplikationen rund um das Krankheitsbild Morbus Crohn müssen operativ behandelt oder auch entfernt werden. Eine Vielzahl an Patienten leidet häufiger auch unter diesen Symptomen und muss sich ein- oder auch mehrfach einer solchen Behandlung oder Operation unterziehen. Bei Kindern treten diese Symptome und Krankheitsbilder meist weniger auf, da Schleimhäute und Darmwände erst im Laufe der Zeit durch die Krankheit geschädigt werden. So treten die Komplikationen in der Regel nur bei den erwachsenen Patienten von Morbus Crohn auf.

Morbus Crohn ist eine Erkrankung mit vielen Gesichtern. So unterschiedlich wie die Ursachen, so unterschiedlich sind meist auch die Symptome. Zwar handelt es sich hierbei um eine Erkrankung des Verdauungstraktes, meist im Bereich des Darmes, dennoch gibt es neben den genannten Symptomen im Magen-Darm-Bereich noch weitere typische Begleiterscheinungen der Krankheit.

Symptome außerhalb des Darms

Neben den typischen Magen-Darm-Beschwerden zeigen sich häufig, meist auch zu Beginn der Erkrankung, noch weitere Symptome. So berichten viele Betroffene oft von folgenden Beschwerden:

  • anfängliche Gelenkschmerzen
  • Reizungen der Wirbelsäule
  • Augenentzündungen
  • Müdigkeit
  • Hautreizungen und Entzündungen
  • Probleme mit Leber oder Galle
  • Fieber
  • mangelnder Appetit
  • Gewichtsverlust

Diese Symptome sind typisch zu Beginn der Krankheit, können aber auch in jedem neuen Schub begleitend auftreten. Bei Kindern sind es oft ein verlangsamter Wachstum, Müdigkeit und Blässe sowie ein späterer Eintritt in die Geschlechtsreife. Welche Symptome auftreten, hängt auch davon ab, welcher Teil des Verdauungstrakts von der Krankheit befallen ist. Je nachdem zeigen sich dann unterschiedliche Krankheitsbilder und Symptome außerhalb des Magen-Darm-Bereiches.

Symptome äußern sich bei jedem Betroffenen unterschiedlich
Welche Symptome sich zeigen, hängt unter anderem auch davon ab, welcher Teil des Verdauungstraktes von der Krankheit befallen ist. Neben den typischen Beschwerden im Verdauungstrakt können auch andere Körperregionen Symptome aufweisen. Somit ist Morbus Crohn in erster Linie zwar eine chronische Entzündung im Verdauungstrakt, meist im Darmbereich, zeigt sich aber oft auch mit weiteren Symptomen außerhalb dieses Gebietes.

Abhängig vom Fortschritt der Krankheit
Des Weiteren zeigen sich auch je nach Fortschritt der Krankheit unterschiedliche Symptome bzw. unterschiedlich ausgeprägte Symptome. So sind die Beschwerden zu Beginn meist weniger stark ausgeprägt oder werden noch gar nicht mit der Krankheit Morbus Crohn in Verbindung gebracht. Oft gehen Ärzte und Patienten hier erst mal von einem Infekt, einem Reizdarm oder auch von einer Blinddarmentzündung aus. Erst bei länger andauernden Beschwerden oder auch bei einer Häufung der typischen Symptome der Krankheit ziehen die Ärzte dann Morbus Crohn in Betracht.

Alter der Erkrankten spielt eine Rolle
Und auch je nach Alter zeigen sich unterschiedliche Symptome. So haben Erwachsene und Kinder meist ein unterschiedlich ausgeprägtes Krankheitsbild. Dennoch gibt es Hauptsymptome der Krankheit, die nahezu bei allen Patienten identisch sind. Auf die einzelnen Symptome, gemeinsame Krankheitsbilder aller Betroffenen und die unterschiedlichen Ausprägungen wird nachfolgend näher eingegangen.

Diagnose von Morbus Crohn

Wann zum Arzt bei Morbus Crohn?

Wichtig ist, wenn der Verdacht im Raum steht oder die Beschwerden gehäuft und wiederkehrend auftreten, in jedem Fall einen Facharzt (Gastroenterologe) zu kontaktieren und die Beschwerden genauestens abklären zu lassen.

Untersuchungen zur Diagnose von Morbus Crohn

Die Krankheit Morbus Crohn zeigt sich sehr unterschiedlich und kann bei jedem Betroffenen anders verlaufen, so dass die Diagnose Morbus Crohn oft schwierig ist. Nicht jedes der genannten Symptome steht automatisch für eben nur diese Erkrankung. Viele der Symptome können auch völlig andere Ursachen haben.

Folgende Untersuchungen kommen für die Diagnose Morbus Crohn infrage:

  • Körperliche Untersuchung
  • Abtastung des Enddarms
  • Abgabe einer Stuhlprobe
  • Ultraschall des Unterbauchs
  • Erstellung eines Blutbildes
  • Darmspiegelung
  • Magnetresonanztomographie (MRT)

Körperliche Untersuchung
Allen Diagnoseverfahren voran geht immer die körperliche Untersuchung. Neben einem ausführlichen Gespräch zur Vorgeschichte werden Blutdruck, Puls und Körpertemperatur gemessen. Darüber hinaus spielt auch die Messung der Körpergröße und des Körpergewichts eine Rolle, um im späteren Verlauf einen möglichen Gewichtsverlust feststellen zu können.

Im Folgenden tastet der Arzt den Bauch des Patienten ab. Besteht eine Schmerzempfindlichkeit im rechten Unterbauch, so kann dies bereits ein erster Hinweis sein. Durch das Abtasten kann der Arzt auch eventuelle Verhärtungen ertasten. Dem Abtasten des Bauches folgt dann meist noch eine Untersuchung des Analbereichs. Hier untersucht der Arzt, ob eventuell schon Fissuren oder Fisteln vorhanden sind, welche ebenfalls auf Morbus Crohn hindeuten können.

Stuhlprobe und Blutuntersuchung
Mit Hilfe einer Stuhlprobe kann zum einen Blut im Stuhl festgestellt werden, zum anderen dient diese auch zum Nachweis von Bakterien. Bakterien können infektiöse Entzündungen des Darms hervorrufen, die wiederum Beschwerden wie beim Morbus Crohn auslösen können.

Blut abnehmen

Ein Blutbild gibt Aufschluss über mögliche Entzündungen im Körper.

Des Weiteren muss auch ein Blutbild erstellt werden. Dieses soll dann Aufschluss über eventuelle Entzündungsprozesse im Körper geben.

Außerdem können hier auch eine eventuelle Blutarmut oder auch ein Nährstoffmangel festgestellt werden, welche dann ebenfalls den Verdacht auf Morbus Crohn lenken würden.

Darmspiegelung, Ultraschall und MRT
Es ist auch wichtig, sich das Geschehen im Inneren des Körpers anzusehen. Meist führt der Arzt hier eine Darmspieglung durch.

Über den After wird eine Kamera durch den Mastdarm sowie den gesamten Dickdarm bis hin zur Einmündung des Dünndarms eingeführt, die dann Aufschluss darüber gibt, ob krankhafte Veränderungen vorliegen, die typisch für Morbus Crohn sind. Nach Passieren der Verbindungsstelle zwischen Dick- und Dünndarm kann auch das Endteil des Dünndarms beurteilt werden.

Eine Ultraschalluntersuchung zeigt auf, ob die Darmwände verdickt sind. Darmspiegelung und Ultraschall werden zusätzlich oft noch durch eine Magenspiegelung ergänzt, je nachdem, in welchem Bereich die Krankheit vermutet wird. Auch das MRT kann weitere nützliche Untersuchungsergebnisse liefern.

Hat der Arzt alle Untersuchungsergebnisse zusammen, fällt dann, je nach Ausfall der Ergebnisse, die Diagnose Morbus Crohn.

Ergänzender Hinweis zum Thema Dünndarmdiagnostik von Dr. Hohn, Gastroenterologe in Koblenz:

Die Basisuntersuchung bei Verdacht auf eine Crohn-Erkrankung ist die Darmspiegelung mit Sichtung des letzten Abschnittes des Dünndarms, dem sog. terminalen Ileum. Da dieser Abschnitt sehr häufig befallen ist, ist es wichtig, dass der Untersucher vom Dickdarm (Kolon) in den Dünndarm gelangt und diesen inspiziert.

Da der Morbus Crohn das gesamte Verdauungssystem befallen kann, ist eine Magenspiegelung bei entsprechenden Beschwerden ebenfalls sinnvoll. Sollte bei dringendem Verdacht auf einen M. Crohn trotz dieser Untersuchungen keine Diagnose gestellt werden können, muss der restliche Dünndarm inspiziert werden.

Je nach Literatur gibt es in 20-30 Prozent Fälle mit isoliertem Crohnbefall des Dünndarms. Bisher wurde hierzu eine radiologische Untersuchung angewendet (KM-Sellink / Hydro-MRT). Mehrere Studien zeigen aber, dass die Videokapselendoskopie diesen radiologischen Methoden überlegen ist. Und zwar sowohl bei der Erstdiagnose (V.a. isolierten Dünndarmbefund) als auch bei bekanntem M.Crohn, wenn es um die Abschätzung geht, welche Dünndarmabschnitte in welchem Ausmaß befallen sind (dies hat dann wieder eine Konsequenz für die Therapie).

Auch wenn die Kapselendoskopie, wenn keine bekannte Verengung des Dünndarms vorliegt, ein hervorragendes diagnostisches Mittel in der Crohn-Diagnostik darstellt, so ist sie leider bei dieser Fragestellung keine “Kassenleistung”.
Literaturhinweis

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