Behandlung und Vorbeugung von Morbus Crohn


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Morbus Crohn ist eine chronische Erkrankung, die immer wieder und in Schüben auftritt. Zwar können die Symptome sowie auch die Intensität und Häufigkeit der Schübe variieren, doch heilbar ist diese Krankheit nicht. Lediglich die auftretenden Symptome können behandelt und gelindert werden. Auch ist es möglich, die Anzahl der Schübe zu reduzieren bzw. einen erneuten Schub hinauszuzögern. Wer aber einmal unter Morbus Crohn erkrankt ist, wird sein Leben lang, mal mehr und mal weniger, mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern dieser Krankheit zu kämpfen haben.

Welche Medikamente zur Behandlung von Morbus Crohn?

Medikamente werden bei Morbus Crohn

Medikamente werden bei Morbus Crohn vorrangig dazu eingesetzt, um Symptome während einem akuten Schub zu lindern.

Morbus Crohn ist eine chronische Erkrankung, die immer wieder auftritt und durch eine überschießende Immunabwehr des Darms gekennzeichnet ist. Durch verschiedene Ursachen entstehen in der Folge akute Entzündungsschübe, die unterschiedlich schwer verlaufen und mit Symptomen einhergehen, die typisch für Morbus Crohn sind.

Im Vergleich zu den Remissionsphasen, also dem Zeitraum, in der die Krankheit nicht aktiv ist, bedürfen die akuten Phasen einer intensiven Behandlung. Auf diese Weise lassen sich die auftretenden Symptome lindern und der Alltag der Betroffenen erträglicher machen. Eine medikamentöse Therapie verfolgt demnach zwei Ziele: die Behandlung akuter Entzündungsschübe sowie die möglichst lange Erhaltung der Remissionsphasen.

Zur Behandlung von Morbus Crohn stehen unterschiedliche Arzneimedikamente zur Verfügung, die im Folgenden genauer vorgestellt werden und in Absprache mit dem behandelnden Arzt Anwendung finden. Hierzu zählen:

 

Einsatz von Kortison

Kortison bzw. Kortikosteroide zählen mit zu den wichtigsten Präparaten bei der Behandlung von Morbus Crohn. Für gewöhnlich kann mit Hilfe dieser Medikamente erfolgreich Crohn-Schüben entgegengewirkt werden. Ob Kortison gezielt an einer bestimmten Stelle oder flächendeckend eingesetzt werden, hängt sowohl davon ab, wie stark die Beschwerden sind als auch davon, welche Regionen des Körpers von der Entzündung befallen sind. Beschränkt sich der Befall auf den Dünndarm bzw. auf die Kombination von Dünn- und Dickdarm, spricht eine Behandlung mit Kortikosteroiden in der Regel gut an. Beschränkt sich die Erkrankung ausschließlich auf den Dickdarm, ist die Wirksamkeit dieser Arzneimittel meist geringer.

Kortison wirkt entzündungshemmend und sorgt des Weiteren dafür, dass das Immunsystem nicht überreagiert. Genau das ist nämlich das Problem bei Morbus Crohn, das eigene Abwehrsystem arbeitet gegen sich selbst und den eigenen Körper.

Wie viel Kortison bei Morbus Crohn?

Welche Menge an Kortison dem Betroffenen verabreicht wird, bestimmt der behandelnde Arzt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass eine höhere Dosierung mit einer schnelleren Symptomlinderung einhergeht. Aus diesem Grund wird bei einem akuten Krankheitsverlauf meist eine ausreichend hohe Dosis verordnet (bspw. Prednisolon etwa 1mg/kg Körpergewicht täglich).

Wie lange Kortison bei Morbus Crohn?

Bei nachlassender Krankheitsaktivität wird die Dosis langsam herabgesetzt und kann nach rund 2 bis 3 Monaten vollkommen abgesetzt werden.

Nebenwirkungen nicht unterschätzen

Dabei dürfen jedoch keinesfalls die Nebenwirkungen vernachlässigt werden, die bei höherer Dosierung meist stärker ausgeprägt sind. Hierzu zählen beispielsweise eine erhöhte Infektanfälligkeit, Osteoporose oder das Cushing-Syndrom (und damit verbundenem ‚Mondgesicht‘, Stiernacken oder Gesichtsrötungen) sowie eine Gewichtszunahme. Kortison in hoher Dosierung sollte aus diesem Grund nur über einen kurzen Zeitraum angewendet werden.

Wie schnell wirkt Kortison bei Morbus Crohn?

Für die Frage, wie schnell der Wirkungseintritt von Kortison bei Morbus Crohn erfolgt, gibt es keine allgemeingültige Antwort. Vielmehr ist der Wirkungseintritt von mehreren Faktoren wie beispielsweise die Schwere der Entzündung bzw. des akuten Schubs sowie der Darreichungsform von Kortison abhängig. Für gewöhnlich tritt die Wirkung bei intravenöser Darreichung von Kortison schneller ein als bei der Einnahme von Tabletten. Genauere Informationen darüber sollten Sie bei Ihrem Arzt erfragen.

Systemische und topische Steroide

Systemische Kortisonpräparate wirken im gesamten Körper und werden als Tabletten oder Injektion verabreicht. Die Präparate enthalten unter anderem die Wirkstoffe Prednison, Prednisolon oder Methylprednisolon und werden aufgrund ihrer guten Wirksamkeit häufig bei schweren Schüben eingesetzt. Jedoch sind die auftretenden unerwünschten Wirkungen im Körper nicht zu vernachlässigen.

Topische Kortisonpräparate besitzen eine lokale Wirkung und werden aufgrund von deutlich weniger auftretenden Nebenwirkungen kurzzeitig bei leichten bis mittelschweren Entzündungsschüben eingesetzt. Verwendet wird für gewöhnlich der Wirkstoff Budesonid.

Nicht immer ist der Einsatz von Kortison ausreichend und erfolgreich

Kann mit Hilfe von Kortison eine Remission erreicht werden, sollte aufgrund der damit verbundenen Nebenwirkungen möglichst schnell die Kortisondosis gesenkt werden. Dieser Vorgang wird auch als ‘Ausschleichen’ bezeichnet. Diese Senkung bzw. das Unterschreiten einer bestimmten Dosis kann wiederum einen erneuten Schub hervorrufen. Jeder 3. Erkrankte ist davon betroffen. Diese davon betroffene Personengruppe wird als ‚steroidabhängig‘ bezeichnet.

Ist die Gabe von Kortison oder von anderen entzündungshemmenden Medikamenten nicht ausreichend, so können zusätzlich Medikamente verabreicht werden, die das Immunsystem ein wenig herunterfahren, so dass der Körper weniger gegen sich selbst arbeiten kann. Bei etwa jedem 5. Betroffenen ist die Gabe von Kortison nicht ausreichend und es wird keine Remission erzielt. Dieser Verlauf wird als ‚steroidrefraktär‘ bezeichnet, was so viel bedeutet wie ‚nicht durch Kortison zu beeinflussen‘. Zudem sind einige Schübe so schwer im Verlauf, dass sie einer stationären Behandlung bedürfen.

Einsatz von Aminosalicylaten

Eine weitere Therapiemöglichkeit von Morbus Crohn besteht in der Behandlung mit so genannten 5-ASA-Präparaten (5-Aminosalicylsäure), deren wirksamer Bestandteil Mesalazin ist.  Dieser wirkt lokal an der Darmschleimhaut entzündungshemmend.

Der Wirkstoff findet bei leichten Morbus Crohn-Schüben Anwendung, vor allem, wenn diese im Dickdarm oder im terminalen Ileum (letzter Teil des Dünndarms) lokalisiert sind. Auch, wenn Kortisonpräparate bei Betroffenen Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen, empfehlen Experten stattdessen oftmals eine hohe Mesalazin-Dosierung von mindestens 4g pro Tag.

Bei einigen Betroffenen zeigt Mesalazin darüber hinaus auch bei der Remissionserhaltung Erfolg, so dass der Wirkstoff oftmals nach einer Akutbehandlung zur langfristigen Remissionserhaltung eingesetzt wird.

Unterschiedliche Darreichungsformen

Präparate mit Mesalazin sind in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich, um den Wirkstoff genau dort abzugeben, wo dieser auch benötigt wird – im Darm. Zur Verfügung stehen neben Retardtabletten und –granulat auch Micropellets, Rektalschaum, Zäpfchen oder Klysmen (Einläufe). Die oralen Gaben sind so verpackt, dass sie ihre Wirkung erst im Darm entfalten und nicht schon im Magen freigesetzt werden.

Allgemein gelten 5-ASA-Präparate mit Mesalazin als gut verträglich. Nur selten wird von Nebenwirkungen wie Übelkeit und Durchfall, Bauchschmerzen und Kopfschmerz berichtet.

Sollten sich die Symptome während einem akuten Morbus Crohn-Schub durch die Gabe von 5-ASA-Medikamenten nicht lindern lassen, sollte der behandelnde Arzt aufgesucht werden. In diesen Fällen ist eine Umstellung auf Kortisonpräparate oder Immunsuppressiva anzuraten.

Einsatz von Immunsuppressiva

Bringt der Einsatz von Kortison-Präparaten bei Betroffenen nicht den gewünschten Behandlungserfolg, wird Kortison nicht vertragen oder wird beim Ausschleichen der Steroide ein neuer Entzündungsschub hervorgerufen, können so genannte Immunsuppressiva eingesetzt werden.

Immunsuppressiva kommen außerdem bei hoher Entzündungsaktivität zum Einsatz1 und unterdrücken eine übermäßige Reaktion des Immunsystems. Unterschieden werden dabei zwei Gruppen:

  1. langsam wirkende Immunsuppressiva: hierzu zählen Wirkstoffe wie Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Methotrexat
  2. stärkere und schneller wirkende Immunsuppressiva: hierzu zählen Wirkstoffe wie Ciclosporin oder Tacrolimus

Beispiel Azathioprin: Wirkung tritt verzögert ein

Da langsamer wirkende Immunsuppressiva wie zum Beispiel Azathioprin zwischen zwei und vier Monate bis zum Wirkungseintritt benötigen, werden solche Präparate nicht zur Behandlung akuter Beschwerden, sondern vielmehr zur Dauertherapie eingesetzt. Insbesondere, um das erneute Aufflammen von Entzündungsschüben zu verhindern und um Remissionsphasen möglichst lange auszudehnen.

Azathioprin: Mögliche Nebenwirkungen

Zu möglichen Nebenwirkungen von Azathioprin, die auftreten können, zählen zum Beispiel Infektionen, Bauchschmerzen, allergische Reaktionen, Übelkeit sowie eine Leber- oder Bauchspeicheldrüsenentzündung sowie Veränderungen im Blutbild. Bei langjähriger Anwendung steigt außerdem das Hautkrebsrisiko. In seltenen Fällen können auch Tumore entstehen. Aus diesem Grund sind regelmäßige Labor- und Kontrolluntersuchungen während der Anwendung von Immunsuppressiva notwendig.

Azathioprin wird bereits seit 50 Jahren als Dauertherapeutikum nach Organtransplantationen verwendet, um Abstossungreaktionen zu unterdrücken. Daher sind Nebenwirkungen von Azathioprin bestens bekannt. Bei korrekter Anwendung und Einhaltung der Kontrollen überwiegt der Nutzen das Risiko.

Kommentar:
Was hier jedoch nicht einbezogen wurde sind die Erkenntnisse, dass nach 20 Jahren von den an Morbus Crohn erkrankten, die nicht mit Azathioprin behandelt wurden noch 97.9 % lebten, von den mit Azathioprin behandelten nur noch 92.8%. Der gravierende Unterschied wird im Artikel damit begründet, dass die mit Azathioprin behandelten schwerere Fälle gewesen seien.

Weitere Infos dazu: Long-term Outcome of Patients With Crohn’s Disease Who Respond to Azathioprine http://www.cghjournal.org/article/S1542-3565(12)01302-X/abstract

Wie viel Azathioprin bei Morbus Crohn?

Laut ECCO (European Crohn and Colitis Organisation) werden täglich 1,5 bis 2,5 mg Azathioprin pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen.Jedoch legt der behandelnde Arzt die genaue Menge fest.

Stärkere Immunsuppressiva zur Akutbehandlung

Im Gegensatz zu Immunsuppressiva, die einen verzögerten Wirkeintritt haben,  werden Präparate mit stärkeren Substanzen zur Akutbehandlung mit schweren Verläufen eingesetzt. Innerhalb weniger Tage tritt die Wirkung ein. Zur Behandlung während der Remissionsphasen sind diese Immunsuppressiva hingegen nicht geeignet.

Ergänzung: Der Abschnitt Immunsuppressiva inbesondere die Informationen zum Arzneimittel Azathioprin wurden aufgrund diverser Hinweise und Empfehlungen von Dr. Dag Kappes überarbeitet.

Einsatz von Biologika/TNF-α-Antikörpern

So genannte Biologika zählen zur Gruppe der biologischen Immuntherapeutika. Hierbei handelt es sich um Substanzen, die den körpereigenen Antikörpern ähneln und in die Entzündungsprozesse des Körpers eingreifen bzw. dort ablaufende Entzündungsprozesse hemmen können. Zu dieser Gruppe zählen auch die TNF-α-Antikörper mit den Wirkstoffen Infliximab oder Adalimumab. Diese können den Entzündungsprozess und die damit verbundene Zerstörung der Darmschleimhaut eindämmen.

Arzneimittel dieser Art kommen  zum Einsatz, wenn andere Medikamente nicht den gewünschten Behandlungserfolg erzielen oder Präparate nicht vertragen werden. TNF-α-Antikörper werden als Injektion direkt in die Blutbahn gegeben oder unter die Haut gespritzt und muss regelmäßig wiederholt werden. Eine Behandlung kann bereits bei Kindern ab sechs Jahren erfolgen.

Bei einigen Betroffenen ist bereits nach kurzer Zeit der Antikörper-Gabe eine schnelle Verminderung der Erkrankungsaktivität zu verzeichnen. Bei einem Teil der Betroffenen können sogar Erkrankungsrückfälle vermindert werden.

Einsatz von Vedolizumab – Integrin-Antikörper

Seit Mai 2014 gibt es zur Behandlung von Morbus Crohn sowie Colitis ulcerosa den Wirkstoff Vedolizumab (Handelsname Entyvio). Dabei handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper. Während die bisher zur Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen verfügbaren Antikörper TNFα blockieren, bindet der Wirkstoff Vedolizumab an ein Integrin.

Integrine sind sogenannte Adhäsionsmoleküle, die eine Verbindung zwischen zwei Zellen ermöglichen. Im Fall von Vedolizumab wird die Entzündungsaktivität unterbunden, wobei es speziell das α4β7-Integrin blockiert. Diesen Rezeptor benötigen die Lymphozyten, um sich in den Darm anzusiedeln. Lymphozyten spielen wiederum bei der Vermittlung von Entzündungsprozessen eine wichtige Rolle. Damit ist Vedolizumab im Gegensatz zum Wirkstoff Natalizumab, welcher den Austritt von Immunzellen in das Gehirn hemmt,  „darmspezifisch“, denn Vedolizumab hemmt nur bestimmte Integrine, welche die Abwehrzellen für den Übertritt in den Darm benötigen.

Der Wirkstoff Vedolizumab wurde für erwachsene Betroffene mit mittelschweren bis schweren Formen der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa entwickelt. Dabei sprechen die Erkrankten entweder nicht mehr auf eine konventionelle Therapie oder einen der Tumornekrosefaktor-alpha (TNFα)-Antagonisten an bzw. haben damit eine unzureichende Wirkung erzielt oder weisen eine Unverträglichkeit gegen eine entsprechende Behandlung auf.

Belastende Auswirkungen auf das gesamte Immunsystem wurden bei Vedolizumab bisher nicht nachgewiesen, weshalb in der Anwendung mit einem guten Sicherheitsprofil zu rechnen ist.

Weitere Informationen zum Wirkstoff Vedolizumab

Auf einen Blick

  • Kortisonpräparate eigenen sich zur Behandlung von akuten Schüben, da diese die Aktivität des Immunsystems eindämmen. Aufgrund zahlreicher unerwünschter Nebenwirkungen eignet sich die Therapie jedoch nur zur kurzzeitigen Anwendung.
  • Aminosalicylate wie Mesalazin besitzen eine entzündungshemmende Wirkung. Die Präparate kommen bei leichten bis mittelschweren Crohn-Schüben zum Einsatz, können darüber hinaus jedoch auch zum Remissionserhalt angewendet werden.
  • Immunsuppressiva unterdrücken die überschießende Immunreaktion des Körpers. Milde Immunsuppressiva wie z.B. Azathioprin benötigen einige Zeit bis zum Wirkungseintritt. Aus diesem Grund eignen sich die Präparate zur Dauertherapie, um das Aufflammen neuer Entzündungsschübe zu verhindern und die Remissionsphasen möglichst lange auszudehnen.
  • TNF-α-Antikörper sind den körpereigenen Antikörpern sehr ähnlich und können die im Körper ablaufenden Entzündungsprozesse hemmen. Zum Einsatz kommen die Präparate in aktiven Zeiten des Morbus Crohn.
  • Vedolizumab (Integrin-Antikörper) hemmt bestimmte Integrine und unterbindet dadurch die Entzündungsaktivität im Darm. Anders als bereits verfügbare Biologika-Therapieoptionen wirkt er nicht im ganzen Körper, sondern spezifisch in der Darmregion. Er wird bei mittelschweren bis schweren Formen von Morbus Crohn eingesetzt, bei denen die Betroffenen nicht mehr auf eine konventionelle Therapie oder einen der Tumornekrosefaktor-alpha (TNFα)-Antagonisten ansprechen bzw. eine unzureichende Wirkung erzielt haben oder eine Unverträglichkeit gegen eine entsprechende Behandlung aufweisen.

Welches Arzneimittel bei den Betroffenen eingesetzt wird, lässt sich pauschal nicht beantworten. Jeder Betroffene hat ein individuelles Krankheitsbild und unterschiedliche Ausprägungen der Symptome bzw. der Entzündungsschübe. Wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt, der mit Ihnen die Medikamentengabe absprechen wird.

 

Morbus Crohn – Schüssler Salze und Homöopathie

Schüssler Salze

Schüssler Salze können bei Morbus Crohn unterstützen.

Schüssler Salze und homöopathische Mittel finden häufig Anwendung bei Morbus Crohn-Betroffenen. Hier gilt, dass diese Mittel jedoch weder die Krankheit heilen noch andere pharmazeutische Medikamente ersetzen können. Sie dienen lediglich der ergänzenden Behandlung und sollten nur nach Zustimmung des Arztes eingenommen werden. Dabei können die Präparate dabei helfen, die Symptome von Morbus Crohn zu lindern.

Bei den Schüssler Salzen gibt es insgesamt 5 Mittel, die bei einer Morbus Crohn-Erkrankung sinnvoll eingesetzt werden können:

Schüssler Salz Nr. 2 Calcium phosphoricum

Dieses Salz wird häufig zur Regeneration nach einer längeren Krankheit, wie beispielsweise zur Erholung nach einem Krankheitsschub bei Morbus Crohn, eingenommen. Des Weiteren hilft das Schüssler Salz Nr. 2 häufig auch gegen Appetitlosigkeit und kann somit ebenfalls sinnvoll bei Morbus Crohn eingesetzt werden.

Schüssler Salz Nr. 4 Kalium chloratum

Kalium chloratum ist ein entzündungshemmendes Salz, das oft bei Entzündungen der Schleimhäute, so auch im Magen-Darm-Bereich, eingesetzt wird. Somit ist dieses Salz eine sinnvolle Ergänzung im Kampf gegen die chronische Entzündungskrankheit Morbus Crohn.

Schüssler Salz Nr. 5 Kalium phosphoricum

Viele Crohn-Patienten klagen häufig über chronische Müdigkeit und Erschöpfung. Hier kann dann das Schüssler Salz Nr. 5 zum Einsatz kommen. Eines der Hauptanwendungsgebiete dieses Salzes ist die allgemeine Schwäche.

Schüssler Salz Nr. 19 Cuprum arsenicosum

Dieses Salz wird bei Schwäche nach einer Krankheit oder auch bei Appetitlosigkeit gerne verabreicht und kann auch die Morbus Crohn-Behandlung sinnvoll ergänzen.

Schüssler Salz Nr. 24 Arsenum jodatum

Arsenum jodatum ist ein gutes Mittel gegen Schwäche und auch Gewichtsverlust. Beides sind typische Symptome von Morbus Crohn.  Schüßler Salze sind in den meisten Apotheken erhältlich, jedoch recht teuer im Vergleich zu Internetpreisen.

Homöopathische Mittel
Neben den Schüssler Salzen gibt es homöopathische Mittel, die begleitend eingenommen werden können. Meist in Form von Globuli, sind besonders drei Mittel zu erwähnen:

  • Arsenicum album gegen wässrige Durchfälle und Bauchschmerzen
  • Phosphorus bei schleimigen Durchfällen und bei Schwäche
  • Sulphur gegen herausschießende Durchfälle und Entzündungen

Wie bereits erwähnt, sollten alle homöopathischen Mittel immer nur begleitend eingenommen werden und nie die einzige Behandlung der Krankheit sein. Dabei ist eine vorherige Absprache mit dem Arzt unabdingbar. In beschwerdefreien Zeiten können einige Mittel diese Zeiten verlängern und einen neuen Schub unter Umständen hinauszögern.

Wann wird bei Morbus Crohn operiert?

Bei vielen Morbus Crohn-Betroffenen zeigt die Behandlung mit Medikamenten gut Erfolge. Dennoch kommt es vor, dass die Behandlung mit Medikamenten nicht den gewünschten Erfolg zeigt oder Komplikationen wie zum Beispiel Darmverengungen oder ein Darmverschluss auftreten. Dann muss ein operativer Eingriff erfolgen.

Wie wird operiert?

Wichtig ist, dass Operationen durchgeführt werden, die den Darm erhalten. So werden zum Beispiel kurzstreckige Engstellungen wie Stenosen oder Strikturen in einem bestimmten Operationsverfahren (Strikturoplastik) beseitigt. Dabei wird mit einem Längsschnitt die Darmstenose aufgeschnitten, die Vernähung der Darmwand erfolgt jedoch quer, um so die Darmenge zu erweitern. Auf diese Weise ist eine normale Stuhlpassage möglich und es muss bei diesem Verfahren kein Darm entfernt werden.

Ebenso kann ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung von Fisteln erfolgen. Abszesse werden häufig mit Hilfe von Drainagen behandelt, wobei nach Abklingen der Symptome die Ursache operativ entfernt wird.

Nach durchgeführten Operationen sind regelmäßige Kontrollen wichtig, um eventuell auftretende Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

Folgeschäden bei Nichtbehandlung von Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine Krankheit, die in jedem Fall sehr ernstzunehmen ist. Besteht der erste Verdacht sollte eine genaue Diagnose gestellt werden und demnach dann auch die Behandlung und Therapie erfolgen. Werden die Beschwerden nicht ernst genommen und die Symptome nicht behandelt, so kann dies schwerwiegende Folgen haben.

Es ist wichtig, dass der Entzündung während eines Krankheitsschubes entgegengewirkt wird. Geschieht dies über einen längeren Zeitraum nicht, so können die betroffenen Stellen im Darm oder auch in den anderen Gebieten des Verdauungstraktes schlimm geschädigt werden. Fisteln, Abszesse und Darmverschlüsse können die ersten Folgen sein, die schlimmstenfalls auch zum Tode führen können.

Wird die Entzündung nicht behandelt, kann sie sich immer weiter ausbreiten, den Körper schädigen und schwächen und ebenfalls zum Tode führen. Des Weiteren ist auch zu bedenken, dass der Darm ein wichtiges Organ für die menschliche Abwehr ist. Wird bei Erkrankungen wie Morbus Crohn nicht behandelt, so wirkt sich das auf den gesamten Organismus und das Immunsystem aus. In jedem Fall sollten die Symptome und die Krankheit ernst genommen und entsprechend behandelt werden.

Wie kann Morbus Crohn vorbeugt werden?

Obst und Gemüse

Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse ist wichtig für eine gute Darmgesundheit.

 

Die genauen Ursachen für Morbus Crohn sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Aus diesem Grund ist eine Vorbeugung der Krankheit schwer. Allerdings gibt es einige Faktoren, die für eine gute Darmgesundheit maßgeblich sind und wiederum einige, welche die Entzündungsaktivität im Körper negativ beeinflussen können:

  • eine gesunde Ernährung, wenig Fett, wenig rohes Fleisch, viel Obst und Gemüse
  • ein gesundes Idealgewicht
  • regelmäßige Bewegung
  • wenig Alkohol und nach Möglichkeit nicht rauchen

Ob durch dieses gesunde Bewusstsein die Krankheit Morbus Crohn immer verhindert werden kann, ist natürlich fraglich, dennoch ist es in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung.

1Is There Still a Role for Thiopurines in Crohn’s Disease? G. Rogler, W. J. Sandborn; Gastroenterology, 2013; Volume 145, Issue 4, Pages 714–716

2http://www.pharmazeutische-zeitung.de
http://www.chirurgie-demandt.de/
http://www.drfalkpharma.de/

 

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